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21. Treffen des Heimatverbandes der Preßnitzer in der Stadthalle Lohr a. Main mit tschechischen Ehrengästen
Zeichen für die deutsch-tschechische Aussöhnung gab es beim 21. Treffen des Heimatverbandes der Preßnitzer am Wochenende. Die Vertriebenen aus der früheren Kreisstadt im Erzgebirge, die in einem Stausee unterging, luden den Direktor des Bezirksmuseums von Chomutov (Komotau) ein, mit dem sie seit Jahren erfolgreich zusammenarbeiten.
100 von 150 Mitgliedern des Verbandes kamen zum Heimattreffen in die Lohrer Stadthalle, ein Zuspruch, der die Organisatoren überraschte. Den weitesten Weg hatte Erika Specht, die aus Kanada nach Lohr kam. Vorsitzende Margot Samal (Wiesbaden) konnte zudem sieben Ehrengäste aus der tschechischen Republik begrüßen, darunter Museumsdirektor Stanislav Ded.
Dieser habe dem Heimatverband bei der Aufstellung von zwei Erinnerungstafeln am Preßnitzer Stausee sehr geholfen, berichtete Samal. Mit diesem Projekt des Heimatverbandes sei es nicht recht vorangegangen. Deshalb habe Ded seine Beziehungen zum Chef der Eger-Wasserwerke genutzt, denen der Uferbereich gehört.
Die Wasserwerke hätten dann im vorigen Jahr kostenlos zwei »sehr solide Informationstafeln« aufstellen lassen, zu denen der Heimatverband die Texte in Deutsch und Tschechisch lieferte. Außerdem sei Ded für die Herausgabe eines »hervorragenden Buches« über Preßnitz im Jahr 2004 verantwortlich, das auf den Arbeiten der früheren Museumsdirektorin Zdena Binterova beruht und von den Eger-Wasserwerken gesponsort wurde. Das Bezirksmuseum hat es sich laut Samal zur Aufgabe gemacht, Fakten über die verschwundenen Orte im Egertal und dem Erzgebirge zu dokumentieren.
Symbol der guten Kommunikation
Stanislaw Ded betonte in seinem Grußwort die gute Kommunikation mit den ehemaligen Bürgern von Preßnitz. Sie täten viel dafür, dass der Name der untergegangenen Stadt erhalten bleibe. Er fühle sich auch schon ein bisschen als Preßnitzer. Als Geschenk überreichte Ded eine Marienstatue mit Jesuskind und wünschte sich, das Präsent möge zu einem Symbol für die beiderseitigen Beziehungen werden.
Enkel interessieren sich für Wurzeln
Auch wenn die Vertriebenen ihre Heimat als Kinder hätten verlassen müssen, bestehe dorthin nach wie vor eine tiefe emotionale Verbindung, erklärte Margot Samal. Dort seien sie zur Schule gegangen, hätten Freunde gehabt und die Umgebung erkundet. Sie halte es für ein hoffnungsvolles Zeichen, dass sich immer mehr Enkel für die Wurzeln ihrer Familie interessierten.
Lohrs Zweite Bürgermeisterin Brigitte Riedmann meinte, das 21. Treffen in der Stadthalle zeige, das die Preßnitzer mit »ihrem Lohr« zufrieden seien. Vor fast 50 Jahren übernahm Lohr die Patenschaft für die Vertriebenen aus Preßnitz. Die Stadt sei stolz darauf, dass so viele von ihnen Lohr als zweite Heimat gewählt hätten. Trotz allem, was in der Vergangenheit passiert sei, sollten die Mitglieder des Heimatverbandes den Blick in die Zukunft des vereinten Europas richten, meinte Riedmann.
Bei der Mitgliederversammlung am Freitag wurde Margot Samal als Vorsitzende des Heimatverbandes bestätigt. An die Stelle des verstorbenen langjährigen 2. Vorsitzenden Heinz Panhans trat Heinz Müller (Lohr). Zur Schatzmeisterin wählten die Mitglieder Erika Wolf (Lohr). Als Beisitzer komplettieren Erich Enzmann (Lohr) und Karl Selig (Sachsenheim) den Vorstand.
Für 40-jährige Mitgliedschaft im Heimatverband ehrte Samal beim samstäglichen Heimattreffen Sonja Aich, Walter Reichmann, Gertrud Schlütter und Erika Wolf. Seit 30 Jahren gehören dem Verband Maria Günther, Gerald Iser, Marianne Kinzinger und Inge Wolf an. Eine Urkunde für zwei Jahrzehnte Mitgliedschaft erhielten: Margarete Jansen, Annemarie Gebhard, Irene Harle, Ernestine Portugall, Gernot Sänger, Josef Scherenstein, Stefanie Schimmer, Frieda Schmiedl, Martha und Bernhard Selker, Kurt Wohlrab und Gerta Haskey.
Thomas J. Möhler, Lohr a. Main, 29. August 2005
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